Monatsarchiv: Juni 2014

Ehrfurcht vor dem Leben

In der vergangenen Woche besuchte ich mit Angelika, meiner Frau, das ehemalige Wohnhaus von Albert Schweitzer (1875 – 1965) in Gunsbach / Elsass. Darin befindet sich heute ein kleines Museum. Der „Urwalddoktor“ wohnte dort, wenn er sein Spital in Lambarene (Gabun) verließ, um Vorträge zu halten und Orgelkonzerte zu geben.

Albert Schweitzer
© rook76 – Fotolia.com

Wir sahen sein privates Zimmer, und Angelika Weiterlesen

Ist der Mensch gut oder böse?

Schon am Anfang der Bibel stellt sich die Frage nach gut und böse. Im zweiten Schöpfungsbericht wird erzählt, dass Adam und Eva von den verbotenen Früchten im Paradiesgarten aßen. Das Ergebnis: Die Sünde war in der Welt. Und nicht genug, dass die beiden Ertappten als Strafe aus dem Paradies vertrieben wurden – die Sünde wurde außerdem noch an alle nachfolgenden Generationen vererbt. So sagen das zumindest viele Theologen seit Augustinus. Sie nennen es Erbsünde.
Ich kann mich erinnern, dass wir noch vor etlichen Jahren im Gottesdienst das Lied sangen: „Durch Adams Fall ist ganz verderbt menschlich Natur und Wesen“.

SONY DSC
Foto: F.Kolja Lenz / pixelio.de

Der Mensch ist ganz und gar böse? In ihm ist es dunkel? Was für ein pessimistisches Menschenbild! Und leider hat sich dieses Bild über die Jahrhunderte in der Kirche zementiert. Es hat unser Selbstbild und unser Miteinander beeinflusst. Weiterlesen

Die lächelnde Kirche

Was für ein Bild: Wer sich dem malerischen Ort Skärhamn an der felsigen Westküste Schwedens nähert, erblickt – eine lächelnde Kirche. Wenn ich an meinen ersten Besuch dort zurückdenke, wird mir ganz warm ums Herz.

DSC03726
Foto: Carl-Johan Ivarsson

Jedes Jahr in der Woche vor Mittsommer Weiterlesen

Glaube ohne Gott?

Im aktuellen Magazin „Der Spiegel“ (24/2014) lautet die Titelgeschichte: „Die Zukunft der Religion: Glaube ohne Gott“. Der Spiegel liebt Religionskritisches schon immer.
Es geht in dem Artikel um die Frage, ob es Gott als Person gibt oder „nur“ als das Unendliche, das Heilige, das „Numinose“. Die Diskussion darüber ist nicht neu, sie ist längst in den Kirchen angekommen. Auch GlaubensSplitter beschäftigte sich schon vor vier Wochen damit unter der Überschrift „Ist Gott eine Person“.

Einen Absatz des Spiegel-Artikels greife ich hier heraus: „Der christliche Glaube hält viele Zumutungen bereit: ein Heiliger Geist, der sich zu Pfingsten, wie es in der Bibel heißt, ‚ausgießt’…“ Daran kann kein aufgeklärter Mensch mehr glauben?

Bild
Foto: Gerd Wittka / pixelio.de

Weiterlesen

Vom Sinn des Lebens

Was ist der Sinn des Lebens? Das fragen sich die Menschen schon, seit sie über ihr Leben nachdenken können. Und es gibt unzählige Antworten auf diese Frage.

So wie ich die Botschaft Jesu verstehe, ist der Sinn des Lebens: Leben. Intensives Leben. Lebendigkeit. Jesus sagt: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Johannes 10,10).
Der amerikanische Autor und Psychotherapeut Scott M. Peck sagt dazu: „Fülle. Welch wunderbares Wort! Dieser seltsame Mann, der offensichtlich ein Faible für Hochzeitsfeste und Wein, für edle Öle und gute Gemeinschaft hatte, und der dennoch zuließ, dass man ihn tötete, kümmerte sich nicht so sehr um die Länge des Lebens wie um die Lebendigkeit des Lebens.“ (Peck, Die Lügner)

Bild
Bernd Wachtmeister / pixelio.de
Der Sinn des Lebens ist die Lebendigkeit? Mancher wird da widersprechen. Weiterlesen