Ehrfurcht vor dem Leben

In der vergangenen Woche besuchte ich mit Angelika, meiner Frau, das ehemalige Wohnhaus von Albert Schweitzer (1875 – 1965) in Gunsbach / Elsass. Darin befindet sich heute ein kleines Museum. Der „Urwalddoktor“ wohnte dort, wenn er sein Spital in Lambarene (Gabun) verließ, um Vorträge zu halten und Orgelkonzerte zu geben.

Albert Schweitzer
© rook76 – Fotolia.com

Wir sahen sein privates Zimmer, und Angelika wurde gebeten, im Wohnzimmer vor den zahlreichen Besuchern auf dem Klavier (mit Orgelpedal!) von Albert Schweitzer zu spielen. So erklang „Lobet den Herren“ auf diesem extra für Lambarene tropentauglich angefertigten Instrument.

Über dem Leben des Friedensnobelpreisträgers, Theologen, Philosophen, Musikers und Mediziners, stand sein Motto „Ehrfurcht vor dem Leben“. Schon früh hatte er vorausgesehen, welche Probleme entstehen, wenn Naturwissenschaftler ihre Forschungen ohne ethische Maßstäbe betreiben. Was für ein Geschenk, wenn sie bei der Beschäftigung mit Zellen und Hormonen die Ehrfurcht vor dem Leben zu spüren!

Nein, es soll hier nicht um eine Diskussion über embryonale Stammzellenforschung oder Eingriff ins menschliche Erbgut gehen. Das können andere besser.
Was mich interessiert: Welche Auswirkungen hat die Frage nach „Ehrfurcht vor dem Leben“ für uns? Ich beschäftige mich gerade intensiv mit diesem Begriff. Was klingt in dir, wenn du das hörst: Ehrfurcht vor dem Leben. Vielleicht bist du Vegetarier? Vielleicht unterstützt du eine Friedensgruppe? Vielleicht setzt du dich für Begegnungen mit Menschen aus anderer Kultur ein? Oder vielleicht lernst du gerade, dich selbst gut zu behandeln und das Leben in dir zu fördern? Vielleicht hast du ein Herz für Außenseiter? Ich bin gespannt auf eure Rückmeldungen.

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3 Antworten zu “Ehrfurcht vor dem Leben

  1. lieber rainer. eine auseinandersetzung mit leben und werk albert schweizers wäre allemal sinn- und wertvoll (hättest du dazu einen lesetipp?)
    zum thema ehrfurcht vor dem leben möchte ich ein paar gedanken zusammenfassen: ich bin seit 40 jahren vegetarier und habe letztmalig bewusst in meiner jugend ein tier getötet. seitdem bemühe ich mich darum, das leben in seinen vielfältigen formen zu achten, zu ehren und zu respektieren. besonders verbunden fühle ich mich mit francesco d’assisi, diesem wunderbaren heiligen des mittelalters, der in der gesamten schöpfung gottes seine geschwister sah. ich kann heute noch über den gesang eines vogels staunen und mit dankbaren ohren gott dafür danken…
    ehrfurcht vor dem leben bedeutet aber auch, dankbar für das essen zu sein, das mir mein eigenes leben erhält, wofür andere lebewesen ihr leben lassen, wohlwissend, dass auch mein körper eines tages zur nahrung für andere lebewesen wird.
    das thema ehrfurcht vor dem leben ist ein so weit zu fassen, dass ich darüber bücher schreiben könnte. aber das überlasse ich lieber anderen. ich selber bemühe mich darum, passende lieder zum thema zu schreiben…

    • Lieber Jonathan, etwas mehr über Albert Schweitzer erfährst Du, wenn Du im Artikel gleich in der zweiten Zeile auf „Wohnhaus von Albert Schweitzer“ klickst. Die Seite, die sich dann öffnet, ist recht informativ. Auch Kritisches zu ihm findest du dort, und zwar unter „Leben und Werk“, dort „Kritik an Albert Schweitzer“. Dort öffne einfach das Pdf (drittletzte Zeile).

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