Männerträume

Warum tun sich Männer oft so schwer mit der Religion? Und wie können sie einen positiven Zugang zum Glauben finden?

Ich befragte dazu Peter Barz (Bordesholm, ab November 2014 Propst in Eutin). Er hat in den vergangenen Jahren viele christliche Männercamps in Schweden durchgeführt:

Hikers Ghost
© Jens Ottoson – Fotolia.com

„Tatsächlich, Männer glauben anders als Frauen. Viele von ihnen finden einen Zugang zu Gott in der Natur. Im Wald, am See, unter dem Sternenhimmel machen sie die Erfahrung: ‚Da ist etwas größer als ich. Und das finde ich spannend!’

Wie so ein Männercamp aussieht?
„Vormittags arbeiten wir. Wir fällen Bäume, renovieren ein altes, einfaches Bauernhaus – und entwickeln handwerkliche Fähigkeiten und Teamgeist.
Schon dabei kommen die Männer miteinander ins Gespräch. Da reden gestandene Mannsleute von ihren Träumen, von Erfolgen und Niederlagen. Und plötzlich haben sie das Gefühl, dass Gott ganz nah bei ihnen ist.“

Was steht dort außer Arbeit auf dem Programm?
„Wir haben feste Gebetszeiten. Alle sind freiwillig dabei. Und manchmal zieht jeder mit einem Bibeltext in den Wald. Wir angeln, beobachten Seeadler und sitzen am Lagerfeuer. Und immer wieder reden wir miteinander, so wie es Männer sonst nur ganz selten tun.“

Theoretisch über Glaubensfragen nachdenken, damit tun sich die meisten Männer schwer. Der Zugang zum Fühlen und Spüren kann für manchen durch ein Männercamp gelingen, durch Beten und Arbeiten, Lagerfeuer und Sternenhimmel, Natur und Staunen.

Wie ist eure Erfahrung. Wo findet ihr eine offene Tür zum Glauben?

Auch bei uns ist Urlaub. Der nächste Beitrag erscheint deshalb erst in ca. zweieinhalb Wochen.

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4 Antworten zu “Männerträume

  1. Constantin Schnee

    Männer glauben anders – und vor allem Männer reden wenig darüber

    Seit einem Jahr bieten wir ein Männerabendbrot im Bahnhof an. Jeden letzten Mittwoch im Monat treffen sich Männer unterschiedlichen Glaubens (und auch ohne) zu einem öffentlichen Männerabendbrot in der Bahnhofshalle. Was als naiver?! Versuch von 6 christlichen Männern begann ist durch Gottes Fügung zu einem festen Angebot für Männer geworden, die über Themen außerhalb von Fußball, Frauen, Politik und Arbeit sprechen wollen. Zwischen 10 und auch mal 30 Männer treffen sich zu so diesem Männerabendbrot. Die Themen werden von den Teilnehmern zwei mal im Jahr festgelegt und der ehrenamtliche Vorbereitungs-männer-kreis bereitet den Mittwochabend in der Bahnhofshalle vor. Manchmal können wir einen Impulsgeber finden, der einen Eingangsimpuls setzt um das Gespräch anzuregen. Und das ist für uns das Eigentliche, ein Gespräch über Gott und die (Männer)welt unter Gleichberechtigten in einem öffentlichen Raum.
    Themen sind immer genug da von „Tod und Trauer aus Männersicht“ bis „wo wird in unserer Stadt eigentlich noch gearbeitet“, von „Hat die Volkskirche eine Zukunft bis „die Wende aus Männersicht“.
    Und eine Entwicklung ist nach mehr als einem Jahr auch schon sichtbar:
    Die Männer möchten singen – also singen wir in der Bahnhofshalle!
    Unser Regionalbischof (ein evangelischer Mann) hat uns beigebracht, uns den Segen des Herren gegenseitig zuzusprechen in dem wir unserem Nebenmann die linke Hand auf die Schulter legen. Der Gesang und der Segen sind für einige Teilnehmer eine völlig neue Männererfahrung und einige kommen regelmäßig zu diesem Männerabendbrot. In eine Kirche gehen sie dagegen nicht.
    Meine Erfahrung aus dieser Sache ist: Besser zu den Menschen gehen als in den Kirchen auf sie warten. Die Menschen echt beteiligen, ihre Lebenserfahrung ernst nehmen und…. warten können dass ER sie berührt und verändert zu der Zeit, die Er für richtig hält.
    mit bahnhöflichen Grüßen
    Constantin Schnee

    • Eine tolle Idee und gute Erfahrung zum Weitergeben!! Bahnhöfe haben ja für viele immer noch das Flair von Freiheit, Ferne und Abenteuer. Also ein guter Ort für „Männerträume“.
      Danke für Deinen interessanten Bericht!

  2. Hallo Rainer,
    ich kann mit dem Beitrag leider nicht viel anfangen. Schade! Natürlich ist es schön an einem Männercamp teilzunehmen. Natürlich ist es toll nach getaner Arbeit am Lagerfeuer zu sitzen und über Gott und die Welt zu reden.

    Aber was soll das heißen:
    „Und immer wieder reden wir miteinander, so wie es Männer sonst nur ganz selten tun.“
    Jeder Mann bzw. jeder Mensch empfindet anders. Wem ein christliches Männercamp zusagt, okay. Meines Erachtens hat der christliche Glauben doch auch und gerade auch etwas mit Gottvertrauen zu tun. Für mich heißt Glauben = Vertrauen.
    Und dann denke ich aber auch, Ehrfurcht vor der Natur und Bewahrung der Natur fällt m.E. nicht nur den Christen zu, auch Moslems und Angehörige anderer Religionen können so zusammenleben, dass sie “ durch Beten und Arbeiten, Lagerfeuer und Sternenhimmel, Natur und Staunen“ religiöse Erfahrungen machen. Das kann natürlich eine Möglichkeit sein, die Tür zum Glauben zu öffnen. Aber gehen die Teilnehmer des christlichen Männercamps auch dann durch diese Tür hindurch? Welche Erfahrungen hat Peter damit gemacht?
    Ähnlich ist es doch auch mit den wunderbaren, tollen Kinderbibelwochen, die wir hier in unserer Gemeinde schon seit Jahrzehnten perfekt durchführen. Wo sind am Ende die vielen hundert Kinder, die in der Zwischenzeit erwachsen sind geblieben??? Im sonntägliche Gottesdienst sind sie in der Regel jedoch nie aufgetaucht!
    Wenn ich an vergangene Zeiten denke, z.B. an die Auftritte der Band „Gospics“, wo ja Peter hervorragend Gitarre spielte, berührten mich die missionarischen Texte der vorgetragenen Lieder (z.B. der Song Nicht durch Zufall steh´ich da, ich bin nicht allein….) mehr als wenn ich mit einem Bibeltext durch den Wald gehe oder bei Lagerfeuerromantik den Sternenhimmel betrachte. Also um es kurz zu machen: Meine offene Tür zum Glauben geht über die Musik, was das Emotionale angeht und über einen vernünftigen Glaubenskurs, der die Teilnehmer befähigt ihren Glauben verbalisieren zu können. Liebe Grüße aus Rönneburg
    Reinhard

    • Danke, Reinhard, für Deine guten Gedanken. Wie gut, dass die Menschen so unterschiedlich sind!
      Ganz wichtig finde ich Deine Frage: „Wo sind sie alle geblieben?“ All die Menschen, die einmal von Gott, vom Glauben begeistert waren?
      Diese Frage sollten wir nicht aus den Augen verlieren!!!

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