Donner oder Gänseblümchen?

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Uwe Schlick  / pixelio.de

Was gehört zu einer guten Predigt, Donner oder Wellness?Kürzlich las ich einen Artikel in einer „frommen“ Zeitschrift (ideaSpektrum). Die Autorin Luitgardis Parasie (nein, der Name ist wirklich echt!) findet die meisten Predigten viel zu nett und zu lieb. Sie, selbst Pastorin, sagt über ihre Kolleginnen und Kollegen: „Sie machen es einem richtig nett in der Kirche, man fühlt sich wohl. Eine spirituelle Wellness-Oase mit einem Schnullibulli-Gott, der keinem wehtut, aber auch nicht wirklich was zu sagen hat. … Was übrig bleibt, ist vollkommen harmlose Gänseblümchentheologie.“

Was sie statt dessen erwartet? Sie schreibt: „Gottes Gericht kommt nicht zur Sprache, der Mensch als Sünder auch nicht, denn wir sind ja ‚angenommen, wie wir sind’.“

Ich rieb erstaunt meine Augen. Hat die Kirche mit Gerichtsdrohungen und Schuldzuweisungen nicht schon genug angerichtet? Sollen die Letzten, die noch kommen, in Angst und Schrecken versetzt werden, weil man sich in der Kirche ja nicht wohlfühlen soll?

Wenn Jesus mit Menschen zu tun hatte, so stelle ich immer wieder fest, wurden sie ausschließlich durch seine Liebe geheilt und gerettet und nicht durch die Androhung des Gerichts oder der Hölle. Und das erwarte ich auch von einer guten Predigt, einem guten Gottesdienst: dass mir Gottes Liebe groß wird und ich durch die heilsame Nähe Jesu verändert werde.

4 Antworten zu “Donner oder Gänseblümchen?

  1. Pingback: Alles Sünde oder was? | GlaubensSplitter

  2. die Freundliche

    Für mich ist das Zentrum der Predigt die Liebe Gottes. Gott ist die Liebe und er liebt uns. Gott hat uns zuerst geliebt,damit kann ich nun mich , Gott und andere Menschen lieben. Das kann nicht oft genug gesagt werden. Wir sind gut genug und wertvoll. Drohungen machen keinen Menschen besser. Nur die Liebe kehrt das Beste im Menschen zum Vorschein.

  3. Früher hätte ich mich über solche eine IDEA-Aussage dieser Pastorin aufgeregt! Wenn Frau L.Parasie mir heute sagen würde: „Gottes Gericht kommt nicht zur Sprache, der Mensch als Sünder auch nicht, denn wir sind ja ‚angenommen, wie wir sind’.“ Würde ich ihr antworten: Recht so! Ich gehe nicht in die Kirche zum Gottesdienst um mir anzuhören, dass ich erlösungsbedürftig bin bzw. dass ich ein Sünder bin. Das weiss ich auch so! Dazu brauche ich keinen Pastor!!!
    Hier der Auszug aus einer guten Predigt, die ich vor ein paar Wochen gehört habe:
    „Glauben Sie daran, dass wir adoptiert sind. Dass wir von Gott geliebt sind. Und glauben Sie daran, dass was auch passiert, was auch immer Sie tun, welche Fehler auch immer Sie in Ihrem Leben getan haben und welche Lasten Sie mit sich herumtragen, also unabhängig von Ihrer Menschlichkeit, glauben Sie daran, dass Gott Sie liebt. Stellen Sie sich vor, dass Gott nicht enttäuscht von Ihnen ist. Gott will Sie. Gott akzeptiert Sie, weil Christus für Sie gestorben ist.

    „Angesichts von Gottes Liebe sind Sie nicht, was Sie tun; Sie sind nicht, was Sie haben; Sie sind nicht, was die Leute über Sie sagen, sondern Sie sind geliebt.“

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