Gottes Augenzwinkern

Large Group of Diverse Multiethnic Cheerful People Concept
© Rawpixel
fotolia

Es gibt so viele wunderbare Geschichten, die uns berühren oder ermutigen. Wir können uns gar nicht genug von solchen Geschichten erzählen. Wir alle brauchen sie.
Und es müssen gar nicht unsere eigenen Geschichten sein, die wir erzählen. Wir hören eine wunderbare Geschichte, sind berührt – und erzählen sie weiter. So geht der Segen von einem zum anderen und so weiter.

Meine Geschichte heute ist auch nicht von mir. Ich erzähle sie weiter. Ich habe sie bei Jörg Zink gelesen, in einem Buch über das Abendmahl, zu dem Jesus uns einlädt.
Aber sie stammt auch nicht von Jörg Zink. Er hat sie selbst von einem anderen gehört, von dem ehemaligen Mönch und späteren Ehemann von Dorothee Sölle: Fulbert Steffensky. Und der hat sie tatsächlich selbst erlebt:

„Als ich Student war, habe ich einmal mit einem Freund eine Wanderung durch das obere Donautal gemacht. Wir waren lange unterwegs, wir hatten kein Geld mehr, und wir hatten Hunger. Schließlich kamen wir an einen Ort, in dem auf einem Bauernhof eine große Hochzeitsfeier gefeiert wurde. Wir witterten unsere Chance und schlichen uns in die Hochzeitsgesellschaft ein. Man hielt uns für ärmliche Vettern der Braut. Wir waren nicht geladen, wir hatten kein hochzeitliches Gewand. Aber wir aßen und tranken und wurden satt. Ganz hat man uns nicht getraut. Aber mit einem Augenzwinkern ließ man uns.
Was hat das mit dem Abendmahl zu tun? Alles! Wir sind nicht die Hersteller unserer Würde für dieses Mahl. Gott zwinkert mit dem linken Auge und sagt: Komm her, du Lump! Iss und trink und tanze, soviel du willst! Gottes Augenzwinkern stellt unsere Würde her, nicht unsere sittliche Reife tut das, unsere theologische Erkenntnis und nicht unsere Frömmigkeit. Daraus folgt ein Wunsch: Schließt niemanden von diesem Mahl aus, der Hunger hat!“

Der Text stammt aus: Christiane Begerau u.a.: Abendmahl, Fest der Hoffnung, Gütersloh, 2000
Gefunden habe ich ihn in: Jörg Zink, Das offene Gastmahl, Gütersloh, 2013. HIER klicken.

Wie gut, wenn wir uns gegenseitig solche Liebesgeschichten, Mutmachgeschichten, Einladungsgeschichten, Glaubensgeschichten, Hoffnungsgeschichten erzählen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s