Beten ohne Worte

Young sprout in springtime,Closeup.
© lily – Fotolia

Ob in Gemeinschaft oder allein – beim Beten geht es nicht um viele (und erst recht nicht um große) Worte.
„Gott, wir sind hier versammelt, weil…“ erweckt eher den Eindruck, als müsse Gott erst einmal informiert werden, was hier gerade stattfindet.

Beten heißt vor allem: Ich bin bereit, mich durch Gottes Nähe beschenken und verändern zu lassen.
Wenn Gottes Gegenwart Menschen verändern kann, dann – bitte, Gott, fange bei mir an!

Ich bin innerlich leer? Gott, fülle mich mit deiner Liebe.
Ich fühle mich kraftlos? Gott, schenke mir neue Kraft.
In mir ist es dunkel? Gott, schenke mir Licht.

Das kann ein Beten sein (fast) ohne Worte.

Und dann, ab und zu, werde ich Worte finden. Worte des Dankes und der Klage, der Hoffnung und der Lebensfreude.

4 Antworten zu “Beten ohne Worte

  1. Martin Blankenburg

    Diese Gedanken zum Gebet sprechen mich sehr an.

  2. Lieber Rainer,
    das Beten fast ohne Worte (es bleibt letztlich ein
    Senden) kann zum Hören werden,
    wie Sören Kierkegaard es beschreibt:

    „Als mein Gebet immer andächtiger
    und innerlicher wurde,
    da hatte ich immer weniger und weniger zu sagen.
    ZULETZT WURDE ICH GANZ STILL.

    Ich wurde,
    was womöglich noch ein größerer Gegensatz zum Reden ist,
    ICH WURDE EIN HÖRER.

    Ich meinte erst, Beten sei Reden.
    Ich lernte aber,
    dass BETEN nicht bloß Schweigen ist,
    sondern HÖREN.

    So ist es:
    Beten heißt nicht sich selbst reden hören,
    beten heißt still werden und still sein und warten,
    bis der Betende GOTT HÖRT.“

    Wer zum HÖREN bereit ist
    – wer den Weg geht, es zu LERNEN; es hat mit
    dem „Hineni“ („Ich bin da“) des Menschen
    vor Gott zu tun, der aus seiner Identität
    „Ich bin da (für dich)“ spricht -,
    kann sich – wie du so treffend schreibst –
    „durch Gottes Nähe beschenken und verändern … lassen“.
    Herzliche Grüße
    Bernd

    • Lieber Bernd,
      danke, dass Du die Gedanken zum Gebet so intensiv weitergeführt hast.
      Vielleicht ist das HÖREN für uns die größte Herausforderung, für uns, die wir doch schon alles „wissen“!
      Hören auf einer ganz anderen Ebene als wir es gewohnt sind.
      Wie spannend!
      Wie sind unsere Erfahrungen mit dem Hören?

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