Fremdartig

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Foto: Silke Kaiser / pixelio.de

Ein Text liegt vor mir, in einem dicken Buch oder auf einer Website. Ein Text über Liebe oder Trost, Glück oder den Sinn des Lebens, Selbstannahme oder ein anderes Thema.

Ich lese ihn wahrscheinlich nur dann zu Ende, wenn er mich anspricht. Weil er originell ist. Oder humorvoll. Oder spannend. Oder aufbauend. Und vor allem deshalb, weil er in meine „Welt“ passt.
Vielleicht fordert er mich sogar ein wenig heraus: „Ja, so könnte ich das auch sehen!“ Aber er trifft mich nicht ins Mark. Er wühlt mich nicht auf.

Ich lese ihn vielleicht gar nicht, wenn er mir fremdartig erscheint, kaum verständlich, unheimlich oder sogar anstößig. Er passt nicht in meine gemütliche, warme Höhle, in der meine Meinungen und Überzeugungen schön aufgereiht im Wandregal glänzen.
Und wenn ich den fremdartigen Text doch weiterlese, dann interpretiere ich ihn schnell in meinem Sinne um.

Doch Bewegung und Wachstum sind nur möglich, wenn ich die geliebte Höhle auch einmal verlasse und neue Blickwinkel, andersartige Meinungen und irritierende Erfahrungen zulasse und meine alten Vorstellungen überprüfe. Wenn mich etwas ins Mark trifft und zutiefst aufwühlt.

Die eigenen Vorstellungen infrage stellen – das kann anstrengend sein. Aber es kann auch neue, intensive Wege öffnen – Lebenswege, Glaubenswege.
Ich glaube sogar, dass manches Fremdartige, manches Erschreckende, schon in meiner eigenen Tiefe verborgen war und ich mich unbewusst davor gedrückt habe, es anzuschauen und die dazugehörigen Wachstumsschritte zu gehen.

Wann hast du zum letzten Mal einen fremdartigen, „sonderbaren“ Gedanken zugelassen und warst anschließend völlig aufgewühlt?

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